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Box-Legende

Unser Jahrhundertsportler, die Box-Legende Max Schmeling ist tot. Der einzige deutsche Weltmeister aller Klassen verstarb am 2. Februar im Alter von 99 Jahren. Deutschlands Boxer verneigen sich vor Maxe, wie Maximilian, Siegfried, Adolpho, Otto liebevoll genannt wurde.

Der im uckermärkischen Klein-Luckow geborene Champion trug den WM-Gürtel im Schwergewicht von 1930 bis 1932. Insgesamt bestritt Maxe 70 Profi-Kämpfe, von denen er 56 gewann, davon 40 durch Knockout. Er verlor 10 Mal, kämpfte vier Mal unentschieden. Das letzte Mal kletterte er am 31. Oktober 1948 als 43-Jähriger in Berlin in den Ring, unterlag dem Hamburger Riedel Vogt nach Punkten.

Weltberühmt wurde Maxe vor allem durch seine Kämpfe gegen den als unschlagbar geltenden "Braunen Bomber" Joe Louis. Am 19.Juni 1936 bezwang er Joe Louis in einem Nichttitelfight im New Yorker Yankee Stadium durch k.o. in der 12. Runde. Die Revanche, da ging es aber um den WM-Titel, verlor Maxe am 22. Juni 1938 durch k.o. in der 1. Runde.

Nach seiner Box-Karriere stieg Schmeling bei Coca-Cola ein, baute sich in Hamburg eine große Getränkefirma auf. Seit 1950 lebte er als Privatmann mit seiner Frau Anny Ondra in Hollenstedt, 40 km südwestlich von Hamburg. Nach Annys Tod im Jahre 1987 zog sich Schmeling immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück.

Von seinem Tod, genau 238 Tage vor seinem 100. Geburtstag, erfuhr die Welt auch erst nach seiner Beisetzung. Das war sein Wunsch. Denn Max liebte den Rummel um seine Person nicht.

Trotzdem zeigte er auch am Lebensende Größe, zeigte noch einmal sein großes Herz für die Armen und Schwachen. Sein gesamtes Vermögen geht an die von ihm gegründete "Max Schmeling-Stiftung". Das rund 100000 Quadratmeter große Grundstück vermachte er seiner Gemeinde. Die millionenschwere Stiftung mit Sitz in Hamburg unterstützt hauptsächlich Personen, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Maxes Motto: Wenn es einem gutgeht, soll man dafür sorgen, dass es auch anderen Menschen gutgeht."

Geben wir das Schlusswort dem großen Muhammad Ali: "Das Wichtigste an Maxe, dem großen Champion und erfolgreichen Geschäftsmann, ist doch, dass er ein guter und anständiger Mann war, der dafür kämpfte, woran er glaubte. Seine Legende wird ewig weiterleben."


Noch eine kleine Anmerkung: Die Redaktion hat lange darüber beraten, ob der Tod des deutschen Sport-Idols nicht ganz groß auf die erste Seite dieses Magazins "verkauft" werden müsse. Sie hat sich entschlossen, dies nicht zu tun, sondern so zu handeln, wie Maxe es gewünscht hätte: "Ich bin nicht wichtig. Das Leben geht weiter. Freuen wir uns doch auf den nächsten großen Kampf des Tigers"

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